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Benin: Wirtschaft

21.03.2019 - Artikel

Grundlagen

Benin, eines der ärmsten Länder der Welt, hat 2017 ein statistisch erfasstes Pro-Kopf-Jahres-Einkommen von etwa 830,4 USD erzielt (nach 2015: 780 USD). Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2017 circa 9,1 Milliarden USD. 2018 ist die Wirtschaft Benins um etwa 6 Prozent gewachsen. Der Internationale Währungsfonds prognostiziert für die nächsten Jahre ein Wachstum von über 6 Prozent.

Angesichts des weiterhin stabilen hohen Bevölkerungswachstums (2014: 2,8 Prozent, die beninische Regierung selbst gibt über 3% an ) ist eine spürbare Verringerung der Armut nicht möglich. Nötig wären mindestens rund 7 Prozent Wirtschaftswachstum.

Knapp über 40% der ca. 11,4 Millionen Beniner lebt unterhalb der Armutsgrenze. Insbesondere in ländlichen Bereichen ist die Armut mit rund 50 Prozent der Bevölkerung besonders stark.

Rund 44 Prozent der Beniner sind jünger als 15 Jahre. Die Lebenserwartung beträgt laut dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) 61,2 Jahre. Das UNDP sieht Benin mit einem Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index – HDI) von 0,515 auf Position 163 von 189 (Quelle: UNDP Weltentwicklungsbericht 2018).

Benin zieht seine Wirtschaftskraft weiterhin aus den zwei Hauptsektoren Hafen und Landwirtschaft.

Da der Wirtschaftsfaktor Hafen über zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht und der Hafenumschlag zu etwa 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus Re-Importen nach Nigeria besteht, wirkt sich die Wirtschaftsentwicklung in Nigeria unmittelbar auf Benin aus, wie im Jahr 2015 deutlich wurde. Verknappungen im Energiebereich lösten in Benin sofort Stromausfälle und erhebliche Preiserhöhungen für Benzin aus.

Auch führte die – vornehmlich dem Verfall des Ölpreises geschuldete – Rezession in Nigeria zu einem Anstieg des Haushaltsdefizits von 1,4 Prozent im Jahre 2014 auf 7,9 Prozent in 2015. Die Inflationsrate lag 2018 bei 1 Prozent.

Unzureichende Reformschritte im öffentlichen Finanzmanagement, eine nicht ausreichend effiziente Verwaltung, mangelnde Infrastruktur und ungenügende Rechtssicherheit für den Privatsektor beeinträchtigen das Wirtschaftswachstum. Schließlich hält auch die weithin verbreitete Korruption potenzielle Investoren ab: Nach Angaben des Korruptions-Wahrnehmungs-Index von Transparency International aus dem Jahr 2018 befindet sich Benin auf Rang 85 von 176 Ländern.

In der Bewertung der Rahmenbedingungen für die Privatwirtschaft, dem sogenannten „Doing Business“ Ranking der Weltbank ist Benin für 2019 leicht abgestiegen auf Platz 153 (von 183 Ländern). 2014 lag Benin noch auf Platz 174. Die Anstrengungen der Regierung, die die Probleme erkannt hat und angeht, zielen auf mittel- und langfristige Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und haben daher bisher noch zu keinem durchgreifenden Erfolg führen können.

Außenhandel

Die Handelsbilanz Benins ist negativ (2016: - 808,74 Mio. US-$). Die Exporte betrugen im ersten Halbjahr  2018 475,23 Mio. €, der Wert der importierten Güter betrug im gleichen Zeitraum 2018 1,053 Mrd. €. Benin exportiert in erster Linie Baumwolle und andere landwirtschaftliche Produkte (Erdnüsse, Palmöl). Importiert werden vor allem Maschinen/Investitionsgüter, Energie, chemische und pharmazeutische Produkte sowie Nahrungsmittel.

Größte Handelspartner sind Indien, China, Frankreich und die USA. Nigeria taucht in den Statistiken wegen des weitgehend informellen Charakters des Handelsaustauschs nicht hochrangig auf, dürfte aber tatsächlich weit oben auf der Liste stehen.

Zu den strukturellen Schwächen der beninischen Wirtschaft zählt die Abhängigkeit des Außenhandels von der Baumwolle. Mit ihr werden rund 20 Prozent der Exporterlöse erwirtschaftet; im Weltmarkt spielt der beninische Anteil an der Baumwollproduktion aber nur eine untergeordnete Rolle. Benin ist weitgehend vom Geschehen auf dem Baumwollweltmarkt abhängig, der durch erhebliche Subventionen in anderen Weltregionen geprägt wird. Durch Ausweitung der Anbauflächen konnte Benin 2017/18 seine Erträge bei der Baumwollernte auf die Rekordmenge von 600.000 Tonnen steigern; für 2018/19 wird mit einer ähnlich hohen Ernte gerechnet.

Benin ist Mitglied sowohl der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) als auch der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA. Die gemeinsame westafrikanische Währung Franc CFA ist fest an den Euro gebunden (1 Euro entspricht etwa 656 FCFA). Dies träge erheblich zur monetären Stabilität der Region bei.

Umweltpolitik

Durch das hohe Bevölkerungswachstum verstärkt sich der Druck auf die Umwelt; der Industrie- und Dienstleitungssektor ist noch nicht in der Lage, außerhalb der Landwirtschaft genügend neue Arbeitsplätze bereitzustellen. Ökologische Probleme wie der Rückgang des Waldes, die Überfischung in den Lagunengebieten, die Ausrottung von wildlebenden Tieren („bushmeat“), die Verarmung der landwirtschaftlich nutzbaren Böden, die Luftverschmutzung in den Städten, fehlende Abwasserklärung und die Küstenerosion nehmen daher zu.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Benin ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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