Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Außenpolitik

16.10.2018 - Artikel

Stand: Oktober 2018

Grundlinien der Außenpolitik

Die Außenpolitik Benins ist stark auf die Nachbarländer (Förderung der regionalen Stabilität) ausgerichtet. Unter der von April 2006 bis März 2016 amtierenden Regierung Boni Yayi waren die außenpolitischen Kontakte - auch um Investoren zu gewinnen - Richtung Asien und in die Golfstaaten erweitert worden. Die Außenpolitik Benins ist unter Präsident Talon daneben stark auf die Vertretung seiner wirtschafts- und entwicklungspolitischen Interessen und die Umsetzung des Regierungsaktionsprogramms ausgerichtet. Talon setzt v.a. auf Wirtschaftsdiplomatie, um ausländische Investitionen einzuwerben. Der Blick Benins geht vermehrt in Richtung vor allem Chinas, aber auch der Türkei, Japans und der Golfstaaten.

Benin ist Mitglied der Afrikanischen Union (deren Präsidentschaft es von Januar 2012 bis 2013 innehatte), der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (CEDEAO/ECOWAS), der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA), und des Conseil de l’Entente (Benin, Togo, Niger, Burkina Faso, Côte d'Ivoire).  Benin beteiligt sich an 6 VN-Einsätzen mit 919 Personen (700 Soldaten, 199 Polizisten, 20 Militärbeobachter), Schwerpunkt sind MONUSCO (457) und MINUSMA (423).

Außenpolitik im multilateralen Rahmen

Im Bereich der Vereinten Nationen spielt Benin eine aktive und konstruktive Rolle. Benin hat durch die von Januar 2012 bis Januar 2013 übernommenen Präsidentschaft der Afrikanischen Union eine hohe außenpolitische Sichtbarkeit als Stimme Afrikas bei bilateralen und multilateralen Treffen gezeigt.

Cotonou ist ein regelmäßiger Tagungsort für regionale und kontinentale Konferenzen (zuletzt im August 2016 als Ausrichtungsort einer Regionalkonferenz von Weltbank und Internationalem Währungsfonds).

Beziehungen zu den Nachbarstaaten

Ein ausgewogenes Verhältnis zum mächtigen Nachbarn Nigeria ist für Benin von zentraler Bedeutung. Mit Nigeria konnte Mitte 2006 ein Grenzabkommen paraphiert werden, das auch die Grenze auf dem Festlandsockel im Meer (wichtig für die Ausbeutung von Rohstoffen) festlegt. Umstritten ist noch die Grenzziehung in einem nur wenige Hektar großen Gebiet im Nord-Osten zwischen Koundji und Tounga rund um das Dorf Lolo. Benin ist sich seiner wirtschaftlichen Abhängigkeit von Nigeria bewusst, zumal der Großteil der im Hafen Cotonou gelöschten Waren für den nigerianischen Markt bestimmt ist. Ebenso wie mit Nigeria gibt es im Verhältnis zu den übrigen Nachbarländern kaum Probleme. Zur endgültigen Festlegung der gemeinsamen Grenze mit Burkina Faso einigten sich beide Regierungen im September 2009 auf die Anrufung des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag. Dieser hatte mit seinem Urteil vom 12. Juli 2005 bereits den langjährigen Grenzkonflikt mit Niger gelöst. Der Hafen Cotonou und ungestörte Transitverbindungen durch Benin sind für die Nachbarn Niger, Burkina Faso, aber auch für Mali von großer Wichtigkeit für die Versorgung mit Importgütern, besonders mit Treibstoffen.

Bei der Bekämpfung der im Golf von Guinea seit Beginn 2011 zunehmenden Piraterie gibt es Anstrengungen Benins und seiner Nachbarstaaten, eine gemeinsame Strategie zu entwickeln (z.B. gemeinsame Patrouillen mit Nigeria). Da Benin in hohem Maße auf die Einnahmen des Hafens Cotonou angewiesen ist, engagiert es sich im Kampf gegen die Piraterie. Benin war Gastgeber mehrerer Konferenzen zu dem Thema. Cotonou ist Standort eines ECOWAS Multinational Maritime Coordination Center (MMCC), das auch von Deutschland gefördert wurde.

Beziehungen zu weiteren Staaten

Beziehungen werden zu den großen Partnern der wirtschaftlichen Zusammenarbeit gepflegt. Dies sind - neben Frankreich - Deutschland, Niederlande, Belgien die Europäische Union, USA, Schweiz und Kanada. Die USA und besonders China haben ihre entwicklungspolitischen Beziehungen zu Benin vor dem Hintergrund wirtschaftlicher, aber auch strategischer Interessen deutlich intensiviert. Dabei profilieren sie sich verstärkt als großzügiger Geber in den entwicklungspolitischen Beziehungen mit Benin. Auch die Türkei und Marokko bringen sich als Partner ins Spiel.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Benin ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

nach oben